Hoorn: geschichtsträchtig, anziehend und dynamisch

Hoorn: geschichtsträchtig, anziehend und dynamisch

Bei einem Besuch in Hoorn spürt man es sofort: Hoorn pflegt seine Vergangenheit, hat den Blick aber auch auf das 21. Jahrhundert gerichtet. Die gute Erreichbarkeit durch die Nähe zu Amsterdam und dem Flughafen Schiphol und die herrliche Lage am See Markermeer verleihen Hoorn alle Vorzüge, die eine Stadt zu einem beliebten Wohn-, Arbeits- und Erholungsort machen.

Blühende Handelsstadt
Hoorn erhielt 1357 die Stadtrechte und entwickelte sich rasch zu einer wichtigen Hafenstadt. Im so genannten Goldenen Zeitalter ließ sich die Vereinigte Ostindienkompanie unter anderem auch hier nieder und Hoorn wurde eine blühende Handelsstadt. Hunderte von Schiffen aus Hoorn fuhren über die Weltmeere und kehrten reich beladen mit Handelsware heim. Gewürze wie Pfeffer, Muskatnuss, Nelken und Muskatblüte wurden mit hohem Gewinn verkauft.

Der Handel und die Schifffahrt machten die unternehmenden Bürger von Hoorn weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt. Der Entdeckungsreisende Willem Cornelisz Schouten trotzte schweren Stürmen und umrundete im Jahre 1616 den südlichsten Punkt Südamerikas. Zu Ehren seiner Geburtsstadt nannte er ihn Kaap Hoorn.

KarperkuilFischerstädtchen
Reichtum, Macht und Wohlstand gingen im 18. Jahrhundert zu Ende. Hoorn wurde ein verschlafenes Fischerstädtchen an der Zuiderzee. Nach der französischen Vorherrschaft brach eine Zeit an, in der sich die Stadt allmählich vom Meer abwandte und zu einem Marktzentrum des Landbaugebiets Westfriesland entwickelte. Marktkaufleute und Ladeninhaber spezialisierten sich auf den Handel mit Molkereiprodukten und landwirtschaftlichem Saatgut. Mit dem Bau von Eisenbahnlinien und Straßen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt zu einem gut erreichbaren Zentrum im Netz der Städte und Dörfer in Noord-Holland. Im Jahre 1932 stellt man den Abschlussdeich fertig und damit war Hoorn kein Seehafen mehr.

Gartenbaukultur
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte erneut eine Wachstumsperiode ein. Mitten in einer blühenden Gartenbaukultur entstand eine Zentrumsstadt mit einer gemischten Wirtschaft. In den Sechzigerjahren wurde Hoorn von der Regierung zum Entlastungsgebiet für die übervolle Randstad, den Ballungsraum im Westen der Niederlande, erklärt. Zehntausende von Amsterdamern tauschten daraufhin ihre enge Wohnung gegen ein Haus mit Garten in den Erweiterungsgebieten von Hoorn ein.

Harmonisches Ganzes
Hoorn durchlief im letzten halben Jahrhundert einen enormen Wachstumsprozess und zählt inzwischen 72.000 Einwohner. Auch heute und in den nächsten Jahren wird noch gebaut. Nicht nur am Stadtrand entstehen neue Wohngebiete, auch unmittelbar in der Innenstadt und daran angrenzend werden neue Wohnungen gebaut. Die Apartments rund um den Karperkuil beweisen, dass durch Neubau in einem historischen Gebiet ein überraschendes und harmonisches Ganzes entstehen kann.

Hoorn bietet nicht nur seinen eigenen Bewohnern, sondern der gesamten Region ein komplettes und abwechslungsreiches Angebot an Bildungs-, Gesundheits-, Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Schüler aus den Dörfern und Städten Westfrieslands, aber auch von außerhalb der Region besuchen in Hoorn eine weiterführende oder berufsbildende Oberschule. Darüber hinaus bieten die Industriegelände zahlreichen Unternehmen aus der Region und Markten einen Standort.

Kunst und Kultur
Die jahrhundertealten Denkmäler bilden eine prachtvolle Kulisse für die zeitgenössische Kunst und Kultur. Hoorn hat 365 Denkmäler aufzuweisen und ist damit nach Amsterdam und Haarlem die dritte Denkmalstadt von Noord-Holland. Zu den berühmtesten Denkmälern gehören Gebäude, die an den beiden ältesten Plätzen der Stadt stehen, dem Roode Steen und dem Kerkplein. In der von Hendrick de Keyser 1609 am Roode Steen errichteten Waage wurde bis zu Beginn des letzten Jahrhunderts Käse gewogen. Gegenüber befindet sich der mit Löwen und Stadtwappen geschmückte, farbenfrohe Giebel des aus dem Jahre 1632 stammenden Statencollege, dem ehemaligen Sitz der Regionalverwaltung. Das Gebäude beherbergt heute das Westfriesische Museum, in dem das Kulturerbe des Goldenen Zeitalters ausgestellt wird. Der britische Schriftsteller Aldous Huxley stattete dem Museum Anfang des letzten Jahrhunderts einen Besuch ab und brachte seine Faszination angesichts der bunten Sammlung zum Ausdruck, die in den 25 Zimmern und Sälen ausgestellt wird.

Braune Flotte
Die Stadt stellt immer mehr Baudenkmäler für Ausstellungen und Veranstaltungen zur Verfügung. Das im Jahre 1563 errichtete St. Jansgasthuis am Kerkplein war ursprünglich ein Krankenhaus. Später wurde hier mit Butter gehandelt und man taufte es deshalb um in Boterhal (Butterhalle). Jetzt wird es als Ausstellungsraum für Werke von Künstlern aus dem ganzen Land genutzt. Das Pakhuis in der Straße Onder de Boompjes, das in den Zeiten der Vereinigten Ostindienkompanie als Gewürzspeicher diente, ist heute ein wichtiges Podium für das Amateurtheater.

Die Denkmäler von Hoorn sind weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Im japanischen Nagasaki Holland Village wurden 16 denkmalgeschützte Gebäude aus Hoorn nachgebaut, unter anderem der Hoofdtoren (Hauptturm) aus dem Jahre 1632, eines der charakteristischsten Denkmäler der Stadt. Das Verteidigungsbollwerk bietet eine herrliche Aussicht über den Hafen mit der braunen Flotte. Dort befinden sich auch die fahrenden Denkmäler, die historischen niederländischen Fischerboote Schouw und Botter. Sie bilden eine bleibende Erinnerung an die nautische Vergangenheit der Stadt.

Triebfeder der Betriebsamkeit
Hoorn ist die Triebfeder der westfriesischen Betriebsamkeit. Das umfassende Angebot an gut ausgebildeten Fachkräften, die hervorragende Verkehrsanbindung und die erschwinglichen Grundstückspreise ziehen von überall her Unternehmen an. Das Handeln liegt den in Hoorn geborenen und aufgewachsenen Einwohnern im Blut. Das war schon zu Zeiten der Vereinigten Ostindienkompanie so und gilt heute immer noch. Viele örtliche Läden und Betriebe haben sich zu blühenden Unternehmen mit einem Kundenkreis entwickelt, der über die Region hinausreicht. Der Bereich der geschäftlichen Dienstleistungen spielt im Geschäftsleben eine immer wichtigere Rolle. Neue Spezialunternehmen auf dem Gebiet der Telekommunikations- und Informationstechnologie bieten Ihre Dienste vor allem für kleine und mittlere Unternehmen an und sind damit eine willkommene Innovationsquelle.

Internationales Flair
Auch der Tourismus schafft Arbeitsplätze und ist zu einer bedeutenden Einnahmequelle geworden. Die Landschaft und das kulturhistorische Erbe sind die Trümpfe der Stadt. Jährlich kommen etwa eine halbe Million Tagesbesucher nach Hoorn. Im Sommer ziehen der Hafen und der See Markermeer zahlreiche Wassersportler und Erholungssuchende an. Der Hafen hat sich zu einem Wassersportzentrum mit internationalem Flair entwickelt und die Zahl der Liegeplätze soll in Zukunft weiter ausgebaut werden.

Die Umgebung von Hoorn bietet viele Fahrrad- und Wanderwege, die quer durch die weite Polderlandschaft verlaufen. Sie führen den Besucher über kleine Binnendeiche und an alten Dörfern vorbei oder über den Omringdijk, den Deich, der einstmals das Land vor dem Meer schützte.

In Beemster Polder, der von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurde, findet man noch die Sommerhäuser der Hoorner Kaufleute aus dem 17. Jahrhundert.

Aber trotz der ganzen landschaftlichen und kulturhistorischen Pracht sind es doch letztendlich die Einwohner von Hoorn selbst, die der Stadt ihre kulturelle und dynamische Ausstrahlung verleihen. Und die für Erneuerung sorgen.

Wer Hoorn einmal besucht hat, kommt bestimmt zurück!